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DAS SALTERIO - Die Wiedererweckung eines Instruments des 18. Jahrhunderts

Das Salterio, das man als das Hackbrett des Barock bezeichnen kann, feierte im Italien und Spanien des 18. Jahrhunderts den Höhepunkt seiner Reputation. Von Venedig bis Neapel, von Lissabon bis Madrid avancierte es in aristokratischen Kreisen zu einem gern gespielten Instrument, dessen Klang auch bei wichtigen Feierlichkeiten der Nobilità nicht fehlen durfte. So waren es die Grafen, Klosterschwestern, Priester und Kardinäle selbst, die das Salterio spielten.

Das originale Repertoire für Salterio umfasst alle Genres der Zeit - es erklang in der Kirche, am Hof und im Theater. Die Vielzahl an Manuskripten mit originaler Salteriomusik, darunter auch von namhaften Komponisten wie Antonio Vivaldi, Nicola Porpora, Giovanni Paisiello oder Nicola Piccinni, befindet sich heute in Bibliotheken in ganz Europa und wird erst nach und nach wiederentdeckt.

Die zahlreich in Museen und Sammlungen erhaltenen kunstvoll vergoldeten und bemalten Salteri belegen ebenfalls den hohen sozialen Status des Instruments in der Zeit seiner Hochblüte.

Es ist eine einzigartige Besonderheit des Salterios, dass zwei völlig unterschiedliche Spieltechniken gleichwertig zur Anwendung kamen. Entweder zupfte man das Salterio mit Fingern und Federkielen (pizzicato), oder man spielte es mit zwei kleinen Schlägelchen (battuto). Diese beiden Techniken machen das Salterio zu einem akustischen Verwandlungskünstler.

 Franziska Fleischanderl wurde in Linz geboren. Es war ein besonderer Moment für sie, als sie im Alter von vier Jahren zum ersten Mal ein Hackbrett spielen hörte und sich sofort in seinen klaren, sphärischen Klang verliebte. Inzwischen hat sie zwei Masterstudien in Linz und Basel abgeschlossen und schreibt derzeit an ihrer Dissertation an der Universität Leiden. Um ihre Forschungsergebnisse auf die Bühne zu bringen, gründete sie ein Ensemble für historische Salteriomusik, IL DOLCE CONFORTO, mit welchem sie zwei preisgekrönte CDs veröffentlicht hat.

Franziska Fleischanderl ist derzeit die einzige Salteriospielerin, die beide Spieltechniken auf dem Salterio auf Konzertniveau beherrscht. Sie spielt ein Salterio vom Jahr 1725, das von Michele Barbi in Rom erbaut wurde.
www.salterio.at

Fotos: Reinhard Winkler

Fotos: Reinhard Winkler

Eintritt: 10€ / 5€ Einlass 30 min vor Beginn

Frühere Veranstaltung: 28. März
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Spätere Veranstaltung: 20. April
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